Entstehung des Kulturring Sundern


Der Kulturring Sundern e.V. entstand 1984.


Natürlich gab es schon vor 1984 außer den Kunstschaffenden selbst interessierte Personen, die sich um die Kunst und Kultur in Sundern bemühten. Zu ihnen zählte z.B. Günter Hanses. Lange hatte die Kreis-Volkshochschule die Trägerschaft für kulturelle Veranstaltungen in Sundern übernommen. Als dies nicht mehr möglich war, musste eine andere Lösung für die Finanzierung gefunden werden. Schnell bildeten sich zwei Positionen heraus. Die eine um vorwiegend Musik und Literatur zu fördern, der anderen war die bildende Kunst wichtig. Um allen Positionen gerecht zu werden entstand die Idee, einen Förderverein zu gründen. Das Anliegen wurde in die Hände des Kulturbeirates gegeben.
Sitzung des Kulturbeirates, 29.11.1983.
Vorweg gegangen waren Diskussionen über die Bildung eines Fördervereins für die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen. Da es mehrere Initiatoren mit unterschiedlichen Zielsetzungen für dieses Vorhaben gab, wurde die Verwaltung beauftragt Erkundigungen über bestehende Fördervereine in den Nachbarstädten einzuholen. In einer weiteren Sitzung des Kulturbeirates am 08.02.1984 herrschte Einigkeit darüber, dass ein Kulturring gegründet werden sollte. Weiterhin wurde der Zweck des späteren Kulturrings definiert: die Pflege kulturell wertvoller Musik, Literatur, Kunst und Wissenschaft in der Stadt Sundern. Ebenso wurden Vorschläge zur Leitung und Verwaltung des Vereins unterbreitet. Abschließend wurde der Ausschuss um eine Entscheidung über die Gründung eines Kulturringes gebeten. In der Sitzung des Kulturausschusses des Rates der Stadt Sundern am 19.03.1984 wurde die Gründung des Kulturringes einstimmig beschlossen. Ferner wurde die Mitgliedschaft in dieser Vereinigung beschlossen.
Die Kulturarbeit ab 1984
Der initiierende Gedanke für die Kulturarbeit war, Kultur für jedermann zugänglich zu machen, ohne Ansehen der monetären Möglichkeiten des Einzelnen. Jeder sollte sich Kultur leisten können, jeder an Kunst und Kultur herangeführt werden.29
Mit diesem Anliegen begann der Kulturring seine Arbeit mit seinem 1. Vorsitzenden Franz-Josef Tigges und der 2. Vorsitzenden Annemarie Blome. Mit ihnen waren Dr. Otto und Irmgard Dröge zu ständig für den Bereich Bildende Kunst. Schriftführer war Raimund Hesse, Kassierer Günther Hanses. Beide deckten zusätzlich die Bereiche Organisation und Öffentlichkeitsarbeit ab. Günter Hanses war außerdem für die Werbung zuständig und arbeitete mit Franz-Josef Tigges, Franz Selter und Karl Roosen im Bereich der Musik.
Auf ca. 60 Veranstaltungen allein im Bereich Musik und Literatur konnte der Kulturring bis 1999 verweisen. Dazu kamen wenigstens 3 Ausstellungen (Ottmar Alt 1985 bei Aufderbeck, Rolf Thiele 1986 Schützenhalle, Sunderner Künstler 1986 Herblinghausen) der bildenden Kunst, bevor die Stadtgalerie mit einbezogen werden konnte. Musikalische Gäste des Kulturrings waren unter anderem: die deutschen Bachsolisten, der Tölzer Knabenchor, die Wiener Sängerknaben und das Golden Gate Quartett. Es wurden Oratorien unter der Leitung von Franz Selter aufgeführt: das Weihnachtsoratorium, der Messias und die Schöpfung.
Es gab Dichterlesungen mit Dietmar Rost und weiteren bekannten literarischen Gästen
wie Christa Mewes, Josef Reding, Hera Lind, Erika Pluhar, Walter Kempowski. Bei allen Planungen des Kulturrings wurden auch die heimischen Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik berücksichtigt.
Stadtgalerie Sundern
Um der bildenden Kunst ein bleibendes, repräsentatives Forum bieten zu können wurde 1989 die heutige Stadtgalerie eingerichtet. Nachdem zuvor der Standort im 3. Obergeschoss der ehemaligen Fa. Maybaum favorisiert war, entschied man sich letztlich für die Räume im Haus Hilburg, Lockweg. Bis heute zieht die Galerie mit ihrer schlichten Eleganz und ca. 500 qm Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler an. Kleinere Konzerte, Dichterlesungen und Kabarett waren dabei genauso vertreten wie Ausstellungen.
Bis 2007 wurden diese Ausstellungen durch den Kulturring organisiert. Von 1989 bis 2000 fanden dort ca. 40 Ausstellungen statt. Bis 1999 wurden die meisten dieser Ausstellungen maßgeblich gefördert durch die 2. Vorsitzende und Unternehmerin Annemarie Blome. Frau Blome hat, dadurch dass unter anderem auch Künstler mit Weltruf in der Stadtgalerie ausgestellt haben, Sundern immer für kurze Zeit in die Ränge der Kunstmetropolen gehoben.
Unter den Ausstellern waren: Günter Malchow (1989), Johannes Dröge/Dietmar Gördes/Josef Voss (1989), Udo Wollmeiner (1990), Eduarde Chillida (1997), Jörg Immendorf (1997), Alex Katz (1998) Günther Förg (1998), A.R. Penck, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Per Kirkeby, Toni Cragg (1999), James Brown (1999), Katharina Sieverding (1999), (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und richtige Reihenfolge).
Die Kulturarbeit ab 2000
Im Jahr 2000 fanden Neuwahlen des Vorstandes statt. 1. Vorsitzender wurde Friedel Schültke, 2. Vorsitzender Karl Roosen, Schriftführer Raimund Hesse, Kassierer Rainer Thü-sing, Beisitzer wurden Andreas Beckmann, Anne Knapstein, Rosemarie Lange, Annemarie Blome, Irmgard Droge, Thomas Graß, Heike Evers und Margret Papenkort. Um nach außen sichtbar in Erscheinung treten zu können legte sich der Kulturring ein Logo zu. Es wurde von Anne Knapstein entwickelt. Es vereinigt ein k und einen Ring in einem Zeichen.
Die Kulturarbeit wurde in den drei Bereichen Musik, Literatur und Bildende Kunst weitergeführt. Das bisherige Anliegen, Kunst und Kultur für jedermann erfahrbar zu machen, wurde erweitert um das Bestreben, auch junge Menschen verstärkt an die Werte von Kunst und Kultur heranzuführen.
Der Bereich Musik wurde von Andreas Beckmann und Karl Roosen geleitet, der Bereich Literatur von Rosemarie Lange, Thomas Graß und Heike Evers, der Bereich Bildende Kunst von Anne Knapstein, Irmgard Dröge und Margret Papenkort (bis 2005). Nach dem Ausscheiden von Rosemarie Lange, Thomas Graß und Heike Evers übernahm Matthias Schäfer den Literaturbereich. Raimund Hesse wurde als Schriftführer 2005 von Karl-Heinz Runte abgelöst. Karl Roosen verabschiedete sich 2007 nach 20jähriger Vorstandsarbeit aus dem Vorstand.
Die erste Ausstellung unter neuem Kuratorium (Anne Knapstein) in der Stadtgalerie wurde am 04.12.2000 eröffnet. Sie beinhaltete das lithografische Werk Picassos. Titel: "Picasso kommt, das lithografische Werk". Danach folgten 18 Kulturring-Ausstellungen bis 2007, unter ihnen die Ausstellungen der Sunderner Künstler Johannes Dröge und Markus Wahle. Die Sunderner Freizeitkünstler waren 2005 mit einer großen Ausstellung vertreten. 31 Ab 01.09.2006 übernahm die Stadt Sundern den Mietvertrag für die Stadtgalerie.
Die Gesamtzahl der großartigen musikalischen und literarischen Veranstaltungen belief sich von 2000 bis 2007 auf über 50. Darunter waren Veranstaltungen mit dem Schriftsteller und Rezitator Oliver Steller, sinfonische Konzerte und Oratorien, Kirchenkonzerte, Klavierabende, acht Neujahrskonzerte, Kammerkonzerte, vorweihnachtliche Konzerte in Kloster Brunnen, Benefizkonzerte mit z.T. erheblichen Erlösen oder das Gedächtniskonzert für Franz-Josef Tigges, den Mitbegründer und ehemaligen Vorsitzenden des Kulturrings.
Andreas Beckmann nutzte erfolgreich seine Kontakte zu hervorragenden Musikern um diese für Sundern zu interessieren. Je hochkarätiger die Gäste, je lauter wurde der Wunsch nach einem eigenen Flügel. Dass der Kulturring heute über einen Steinway Flügel verfügen kann, ist nicht zuletzt das Verdienst von Friedel Schültke. Während seiner Zeit als 1. Vorsitzender hat er sich unermüdlich mit großem persönlichem Einsatz um Sponsoren bemüht. Für die Einweihung des Flügels konnte Andreas Beckmann den international anerkannten Konzertpianisten Alexander Tselyakov gewinnen, der extra für dieses Konzert aus Kanada anreiste.
Vom Kulturring wurde auch das Kinder- und Jugendprojekt Dreiklang ins Leben gerufen. Mit Hilfe der Bürgerstiftung und des Kulturbüros der Stadt Sundern kann es bis heute fortgeführt werden mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen eine zusätzliche Möglichkeit zu offerieren, sich für Kunst und Kultur zu begeistern. Die drei Klänge stehen hier wiederum für Literatur, Musik und Bildende Kunst. Das Projekt läuft bis heute erfolgreich.
Die Kulturarbeit ab 2008
Im Jahr 2008 wechselte erneut der Vorstand.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Dr. Christoph Freiherr von Wrede gewählt. Den 2. Vorsitz übernahm Ferdi Tillmann. Friedel Schültke erhielt als Anerkennung für seine Arbeit den Ehrenvorsitz. Zum Kassierer wurde Rene Krane gewählt und zur Schriftführerin Dorothee Valerius. Beisitzer wurden Uta Koch und Ursula Kaiser.
Binnen kurzer Zeit wurde wieder ein anspruchsvolles Kulturprogramm aufgestellt. Erstmalig wurden Kulturfahrten z.B. zur Villa Hügel oder zur Buchmesse Frankfurt angeboten. Die Reihe der Neujahrskonzerte wurde fortgeführt. Ein neues Kinder-Kulturprojekt "krass & clever" wurde 2009 ins Leben gerufen.
Literaturabende z.B. mit Monika Schreckenberg und Michael Lamprecht in Zusammenarbeit mit der Christine-Koch-Gesellschaft und Konzerte fanden statt. Unter den Konzerten ragte das durch Uta Koch organisierte Konzert mit der a cappella Gruppe "Basta" heraus. Über 600 Besucher fanden sich hierzu in der Schützenhalle Sundern ein.
Inzwischen kann der Kulturring Sundern e.V. auf 26 bewegte, erfolgreiche Jahre Kulturarbeit zurückblicken. Alle Personen, die sich für die Kulturvermittlung und -förderung während dieser Zeit ehrenamtlich eingesetzt haben und sich einsetzen, beweisen großes Engagement und Bewusstsein um die sozial-gesellschaftliche Notwendigkeit von Kunst und Kultur. Es bleibt, ihnen allzeit die verdiente Anerkennung für ihre Kompetenz und auch für die Zukunft weiterhin viel Erfolg zu wünschen und die dafür notwendige Freude an ihrer Arbeit zu bewahren.